Mein neues Macbook Air M1 - im Jahr 2026

Normalerweise arbeite ich an einem Mac Mini mit M4-Prozessor – und weiß daher sehr gut, wozu Apples neuere Chips fähig sind. Der einzige echte Nachteil: Der Mac Mini steht nunmal, wo er steht. Wer mal eben vom Sofa aus recherchieren oder abends entspannt bloggen möchte, stößt schnell an die Grenzen. Seit Längerem war ich deshalb auf der Suche nach einem flexiblen Zweitgerät.
Die Kandidaten waren überschaubar – und die Entscheidung alles andere als leicht.
Ein TUXEDO-Laptop mit Linux wäre ehrlich gesagt mein Herzenskandidat gewesen. Datenschutz, Open Source, europäischer Hersteller. Nur: Rund 1.500 Euro für ein Gerät, das ich vor allem fürs Couch-Surfen und gelegentliches Bloggen nutze? Das ließ sich schwer rechtfertigen. Das MacBook Air M4 stand ebenfalls auf der Liste – es ist derzeit zu einem vergleichsweise "günstigen" Preis erhältlich. Dann kam noch das MacBook Neo dazu, das auf dem Papier wie für meine Nutzung gemacht wirkt. Je mehr ich aber in die technischen Details schaute, desto klarer wurde: Das MacBook Air M1 aus dem Jahr 2020 ist in erstaunlich vielen Punkten immer noch ebenbürtig – und in Details sogar besser ausgestattet, man denke zum Beispiel an den Fingerabdrucksensor.
Ich kam zu keiner Entscheidung. Bis mir der Zufall half.
Ein Freund wollte sein MacBook Air M1 in der Basisausstattung verkaufen. Meine erste Reaktion war Skepsis: Ist ein fünf Jahre altes Gerät wirklich noch eine solide Wahl? Lohnt sich nicht doch ein kleiner Aufpreis? Der M1 war zwar Apples erster eigener Chip – erschienen Ende 2020, damals eine kleine Revolution – aber "erste Generation" klingt eben nicht nach dem, womit man sorglos in die Zukunft blickt. Und 6 Jahre sind in der Prozessorentwicklung eine verdammt lange Zeit.
Am Ende ist es das M1 MacBook Air geworden. Und ich bereue es nicht.
Was mich am meisten überrascht: Man merkt diesem Gerät im Jahr 2026 kaum sein Alter an. Apple hat mit dem M1 etwas gebaut, das nicht schnell veraltet – weil die Architektur stimmt und Apple den Vorteil hat, Hardware und Software aufeinander abstimmen zu können. Das Ergebnis ist ein Laptop, der im Alltag schlicht funktioniert, ohne groß darüber nachdenken muss. Und macOS Tahoe läuft übrigens noch problemlos drauf – Apple unterstützt den M1 weiterhin mit aktuellen Updates, was bei einem fünf Jahre alten Gerät alles andere als selbstverständlich ist.
Ich habe fast alle Apps installiert, die ich auch auf dem Mac Mini nutze. Surfen, Bloggen, ein paar Produktivitäts-Apps – alles läuft flüssig. Wer jetzt denkt, das sei keine Überraschung, möge sich erinnern, wie Macs mit Intel-Chip nach fünf Jahren performten. Der App-Wechsel geht reibungslos, das Zusammenspiel mit meinem Mac Mini funktioniert hervorragend. Ich hatte offen gesagt nicht erwartet, wie nahtlos das Ecosystem-Erlebnis auch Mac-übergreifend funktioniert, obwohl ich die Vorteile durch mein iPhone bereits kennenlernen durfte.
Und dann habe ich noch Cities: Skylines (das erste) installiert – ein Spiel, das bekanntlich auch moderne Rechner in die Knie zwingen kann. Läuft (bis jetzt auf moderaten Einstellungen) flüssig. Respekt.
Einschränkungen gibt es: Bei rechenintensiveren Aufgaben gönnt sich das Gerät gelegentlich eine kurze Denkpause. Die etwas dickeren Displayränder fallen nur im direkten Vergleich mit neueren Modellen auf. Die Webcam zeigt ihr Alter – 720p ist 2026 kein Glanzstück mehr – aber für Videocalls reicht sie völlig aus.
Mein Fazit: Das M1 MacBook Air ist ein exzellentes Zweitgerät, wenn man keine extremen Ansprüche stellt und – wie in meinem Fall – Glück hat, eines günstig und in gutem Zustand zu bekommen. Es hat mich daran erinnert, dass „alt" und „überholt" in Apples M-Chip-Ära zwei verschiedene Dinge sind. Und dass man vor einer Anschaffung immer den Einsatzzweck im Blick haben sollte. So habe ich ein paar Euro gespart und ein schönes Stück Technik nach Hause geholt.
Und wer weiß – vielleicht ist das gute Ding in zwanzig Jahren so begehrt wie die ersten iPods oder iPhones.